Die Entwicklung prozeduralen metakognitiven Wissens in der Lebensspanne
Wolfgang Schneider, Nicole von der Linden & Elisabeth Neudecker
Prozedurales metakognitives Wissen dient der Überwachung und Kontrolle selbstgesteuerter Lernprozesse, also der Abschätzung, inwiefern Lern- und Erinnerungsvorgänge erfolgreich sind, und deren Beeinflussung. In jedem Lebensalter lassen sich Situationen identifizieren, in denen es von Bedeutung ist, die Richtigkeit erinnerter Details einzuschätzen, z.B. bei Prüfungen oder um die Instruktionen eines Arztes korrekt umzusetzen.
In einzelnen Altersbereichen ist prozedurales metakognitives Wissen relativ gut untersucht; es gibt jedoch einen Bedarf an Studien, die die Entwicklung über die Lebensspanne hinweg verfolgen. Zusätzlich muss der Einfluss bestimmter Faktoren wie Vorwissen, Darbietungsmodalität etc. überprüft werden.
Deshalb soll in diesem Projekt die bestehende Forschung in vier Teilstudien um die lebensspannenübergreifende Perspektive erweitert werden. Es werden also vier Altersgruppen (Grundschulkinder, Jugendliche, jüngere und ältere Erwachsene) in die Erhebungen einbezogen. Dabei sollen folgende Fragestellungen bearbeitet werden:
- Fallen metakognitive Überwachungsurteile im Lebensverlauf bei unterschiedlich komplexen Materialien (Bildpaare vs. Film) unterschiedlich genau aus?
- Können Befunde repliziert werden, die besagen, dass Defizite in den Überwachungsleistungen bei älteren Erwachsenen eher auf Vertrautheit mit Lernmaterialien beruhen, bei Kindern dagegen eher auf fehlenden Strategien?
- Welchen Einfluss hat das Vorwissen auf die Genauigkeit metakognitiver Urteile in verschiedenen Altersgruppen?
- Wie stellt sich der Zusammenhang zwischen Überwachung von Lernprozessen und Steuerung des Lernverhaltens im Lebensverlauf dar?
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
