KRIPS - Krippen mit Grips

Ziel dieses Projektes ist es, ein pädagogisches Konzept zu entwerfen, das Kindern aller Begabungsniveaus optimale Entwicklungsmöglichkeiten in einer Kinderkrippe bietet.

Die stark wachsende Zahl von Betreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren birgt für die Förderung normal entwickelter und entwicklungsschneller Mädchen und Jungen Chancen und Risiken.

Die Chancen sind darin zu sehen, dass gezielte inklusive Förderansätze zu einem sehr frühen Zeitpunkt wirksam werden können. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es für den Altersbereich von 0 bis 3 Jahren derzeit kaum pädagogische Ansätze gibt, und dass die Erzieherausbildung diesen Altersbereich (noch) weitgehend ausklammert. Tatsächlich haben viele Krippen schon bei der Umsetzung der allgemeinen Qualitätsstandards Nachholbedarf. Der Besuch einer Krippe birgt für Kinder also auch das Risiko, keine angemessene Förderung ihrer Interessen zu erhalten.

Während es für entwicklungsverzögerte Kinder ein breites Angebot an Unterstützung und Förderprogrammen gibt, werden normal entwickelte oder entwicklungsschnelle Kinder kaum berücksichtigt. Diese Kinder profitieren doch nur dann vom Besuch einer Kinderkrippe, wenn diese eine exzellente Qualität aufweist bzw. die Förderung in der Kinderkrippe mindestens genauso gut ist wie die Förderung, die den Kindern zuhause zuteil wird (z.B. Lamb, 2006).

Der Kern des von der Karg-Stiftung geförderten Krippenprojekts ist nun die Entwicklung eines pädagogischen Konzepts für den Altersbereich von 1 bis 3 Jahren sowie die fachliche und wissenschaftliche Begleitung der Konzeptumsetzung in einer Modellkrippe.

Oberste Priorität hat dabei die Definition von Handlungsgrundlagen und Rahmenbedingungen, die allen Kindern zugute kommen. Ein weiterer Schwerpunkt soll in der Unterstützung entwicklungsschneller Kinder liegen, indem ein anregungsreiches Umfeld bereitet wird, das auch den Interessen entwicklungschneller Kinder noch ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten bietet.

Das Konzept legt ein besonderes Augenmerk auf Bindungsaspekte und Ressourcenförderung. Eine sichere Bindung ist in den ersten Lebensjahren ein wichtiger Schlüssel für Lernprozesse. Die Orientierung an Ressourcen ermöglicht individuelle Förderentscheidungen und somit die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse sowie besonderer Interessen und Begabungen.

Das methodische Vorgehen umfasst den Vergleich der Entwicklung sozialer, kognitiver und sprachlicher Fähigkeiten von Kindern der Modellkrippe, die das neu erarbeitete pädagogische Konzept umsetzt, mit Kindern anderer Krippen sowie einer Gruppe von Kindern, die ausschließlich familiär betreut werden.  Im Einzelnen sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  1. Hat der Besuch der Modelleinrichtung einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder in den Bereichen sozial-emotionales Verhalten, Kognition und Sprache? Wie entwickeln sich die Kinder der Modellkrippe im Vergleich zu den Kindern der Vergleichskrippen und im Vergleich zu Kindern, die im gleichen Zeitraum ausschließlich familiäre Betreuung und Förderung erfahren?
  2. Profitieren alle Kinder der Modellkrippe im gleichen Maße vom neuen pädagogischen Konzept?
  3. Wie wirkt sich der Besuch der Modellkrippe auf andere Bereiche, z.B. die Zufriedenheit der Erzieherinnen, aus?

Das Projekt startete im August 2010 und ist auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt (Projektzeitplan). Der erste Schwerpunkt liegt auf der umfangreichen Aufarbeitung theoretischer Grundlagen und der Erarbeitung eines neuen pädagogischen Konzepts. Der weitere Ablauf umfasst eine Pilotphase zur Erprobung der diagnostischen Instrumente und des pädagogischen Konzepts und schließlich die Umsetzung und Datenerhebung über einen Zeitraum von zwei Jahren.

ACHTUNG: KRIPPEN GESUCHT!

Kinderkrippen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können uns gerne für den Erhalt näherer Informationen kontaktieren.

Kontakt:

Christine Linkert

E-Mail: christine.linkert@uni-wuerzburg.de

Tel.: 0931 / 31 82510

 

Kerstin Bäuerlein

E-Mail: kerstin.baeuerlein@psychologie.uni-wuerzburg.de

Tel.: 0931 / 31 80114

 

Universität Würzburg – Begabungspsychologische Beratungsstelle

Röntgenring 10

97070 Würzburg