PULSS Projekt für die Untersuchung des Lernens in der Sekundarstufe
Durch die Ergebnisse der PISA-Studie und anderer Schulleistungsstudien sind die langfristige Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler und der Unterricht in der Sekundarstufe 1 stärker in den Vordergrund der Forschung gerückt worden. Umfassende Langzeitstudien, die neben der Leistungsentwicklung zusätzlich weitere einflussreiche Aspekte in der Sekundarstufe 1 überprüfen und neue Entwicklungen des Gymnasialbereichs – wie segregative Konzepte – erfassen, sind notwendig geworden. Als relativ neuer segregativer Ansatz existiert seit einigen Jahren die Gruppierung überdurchschnittlich intelligenter Kinder in speziellen Förderklassen.
Im aktuellen Forschungsprojekt wird daher als Maßnahme der Qualitätssicherung im Auftrag des Bayerischen und Baden-Württembergischen Kultusministeriums eine wissenschaftliche Begleituntersuchung an acht Gymnasien – je vier in Bayern und Baden-Württemberg – durchgeführt. Diese Gymnasien haben in den letzten Jahren neben den regulären Jahrgangsstufen auch Förderklassen für überdurchschnittlich intelligente Schülerinnen und Schüler eingerichtet. Es können somit sowohl integrative Förderkonzepte als auch segregative Ansätze des Gymnasialbereichs begutachtet werden, da neben den Hochbegabtenzügen pro Schule auch zwei reguläre Parallelklassen untersucht werden.
Ab dem Schuljahr 2008/2009 werden die fünften Klassen dieser Gymnasien fortlaufend bis zur siebten Jahrgangsstufe in verschiedenen Bereichen untersucht. Dabei werden sowohl die schulischen Leistungen als auch Variablen, die das Leistungsverhalten beeinflussen – wie Arbeitshaltung, Lern- und Leistungsmotivation und Selbstkonzepte eigener Fähigkeiten – erfasst. Zudem wird der Unterricht hinsichtlich didaktischer Methoden und curricularer Inhalte erfasst und beschrieben. Ergänzend wird die Eltern- und Lehrerperspektive das Bild über die schulischen Modelle vervollständigen.
Im Schuljahr 2009/2010 wird eine zweite Kohorte in die Untersuchung miteinbezogen um zu bestimmen, inwieweit sich die Ergebnisse der ersten Kohorte replizieren lassen. Auch die zweite Kohorte startet wieder ab der fünften Jahrgangsstufe und wird in allen genannten Inhaltsbereichen untersucht.
Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Franzis Preckel und Dipl. Psych. Katharina Vogl (Universität Trier) und Prof. Dr. Albert Ziegler und Dipl. Psych. Bettina Harder (Universität Ulm) statt. Es wird von den Kultusministerien in Bayern und Baden-Württemberg gefördert.

